Freitag, 6. Juli 2012

la vuelta de España VII


24.6.12  Finisterre

Wir hatten gestern ausgemacht, dass wir heute früh um 8 Uhr nur einen Kaffee nehmen, weil wir gestern zu viel gegessen hatten. Punkt 8 Uhr stand ich in der Küche, wo mich Marten darauf aufmerksam machte, dass es eigentlich erst 7 Uhr sei, er aber schon damit gerechnet habe. Der Mensch ist wohl doch ein Gewohnheitstier. Wir hatten unsere Uhren nicht umgestellt, weil wir ja in zwei Tagen ohnehin wieder zurück nach Spanien fahren würden. Dafür nerven wir alle um uns herum. 

Fürstliches Frühstück bei Freunden
 
Aber es ging dann am Schluss doch alles gut und nach einem fürstlichen Frühstück fuhren wir recht früh los. Vor uns eine beachtliche Strecke von 481 km! Von der Autobahn gibt es nicht viel zu berichten, jeder weiss, wie das läuft. Doch …. etwas habe ich noch zu erzählen. Auf einem Rastplatz, wo wir einen Kaffee getrunken haben trafen wir drei Herren in Rennfahrermontur, jeder ein Fahrrad auf dem Autodach. Wir fragten uns natürlich: Was machen drei Radfahrer in voller Montur auf einem Autobahnrastplatz?? Aber sonst hatten wir die Autobahn für uns alleine. War wohl für die Portugiesen noch zu früh.

Leere Autobahn

Je weiter nach Norden wir kamen, je üppiger wurde die Vegetation. Riesige Wälder von Eukalyptusbäumen, ab und zu mal ein Nadelbaum, soweit das Auge reicht. 

Wieder "zu Hause"
 
Weiters habe ich noch etwas Bemerkenswertes zu erzählen. Auf der ganzen Reise durch Portugal fiel uns die Sauberkeit auf. Auch entlang der Autobahnen fast keine Abfälle, kurz hinter der Grenze in Spanien flattert eine leere Chips-Tüte an uns vorbei!

Schlussendlich sind wir in Fisterre eingetroffen. Der Ort Finisterre (das Ende der Erde) heisst auf Gallego Fisterre. Man sieht beide Namen auf den Hinweisschildern.


Im Hotelzimmer (www.hotelplayalangosteira.com/) habe ich natürlich sofort den Fernseher eingeschaltet und bin tatsächlich in der 15. Runde zur Formel 1 gestossen. Na ja, 20 Runden lang  Spiel, Spass und Freude, bis dann in der 35. Runde Sebastian Vettel vom Schicksal eingeholt wurde.   

Im Gegensatz zu den Wandervögeln wollte ich nicht in Herbergen übernachten

Nun konnten wir ja getrost etwas essen gehen. Auf dem Weg zum äussersten Zipfel dieser Landzunge, eben Finisterre, konnten wir nicht an diesem Restaurant vorbei, wo Brigitte vor 3 Jahren auf ihrem Jakobsweg gesessen hatte. 

Das beste Bocadillo aller Zeiten am Hafen von Finisterre

Der lange Rede kurzer Sinn: Während wir dort ein Bocadillo gegessen haben, konnten wir das dramatische Ende des Autorennens mit verfolgen. Das Bocadillo war übrigens eins der Besten, was ich in einem Restaurant gegessen habe. Nicht bloss trockenen Jamón und ebenso trockene Käsescheibletten. Nein, zwischen dem frischen Brot lag grüner Salat, drei Scheiben Tomate und ein saftiges Schnitzel!!

Am Ende der Welt ......

..... herrscht ein eisiger Wind!

Eigentlich wollten wir ja heute einen Früchtetag einlegen. Hat aber nicht ganz geklappt, der Magen war stärker als der Kopf. Abends kam dann die Völlerei. Leute, ihr glaubt das nicht! Im hoteleigenen Restaurant haben wir für sage und schreibe 18 € ein Rinderfilet von mindestens 300 Gramm bekommen. Fast nicht zu glauben, ein Riesending. Brigitte hat es jedenfalls nicht geschafft. Ich habe ihr dann,  selbstlos wie ich bin, geholfen.

Von der langen Fahrt waren wir abends doch ziemlich geschafft. Brigitte jedenfalls hat sich etwas hingelegt, während ich diesen Reisebericht schreibe. Nach ein paar Minuten war sie bereits woanders. Auch für mich wird es Zeit zu schlafen. Aber es ist ja noch hell draussen. Ich schaue auf die Uhr und kann es kaum glauben, es ist bereits 22:30 Uhr. Ein Blick auf den Bildschirm des Laptops bestätigt, dass es zwar 22:30 Uhr ist, aber immer noch hell draussen.

Ziel erreicht, diesmal nicht auf Schusters Rappen!

Donnerstag, 5. Juli 2012

la vuelta de España VI


23.6.12  Weiterreise nach Coimbráo 

Oh, das war eine phantastische Nacht. Obwohl im Erdgeschoss eine Party stattfand, war es in unserem Zimmer angenehm ruhig. Ab und zu fuhr ein Auto weg aber wir konnten trotzdem gut einschlafen.  Am Morgen standen wir wie gewohnt kurz vor 8 Uhr auf, machten unsere Morgentoilette und gingen dann knapp vor 8:30 Uhr runter in die Hotelhalle und freuten uns auf das Frühstück.  Was wir allerdings nicht berücksichtigt haben ist der Umstand, dass die Uhren in Portugal eine Stunde zurück gehen (GMT)!! Der Concierge bat uns höflich, noch 4 Minuten zu warten, bis alles bereit sei. Vielleicht kennen die Leute dieses Problem und offerieren Frühstück schon ab 7:30 Uhr und nicht erst um 8 Uhr, wie sonst üblich.

Jedenfalls war dies das reichhaltigste Frühstück, seit wir auf der Reise sind. Es gab einfach alles: Rührei mit Speck oder Würstchen, verschiedene Brote, Madeleines, natürlich Butter und Marmelade, Käse und, und, und. Und sogar einen einigermassen geniessbaren Kaffee. Wir waren rundum zufrieden. 

Dann ging die Reise weiter nach Coimbráo zu unseren langjährigen Freunden Marten und Inge. Weil wir letzte Nacht lange gefahren sind, war das natürlich nur noch ein Katzensprung von etwa 3 Stunden. Unser TomTom hat uns, programmiert mit den entsprechenden Koordinaten, bis vor deren Gartentor gelotst. Es ist eigentlich kaum mehr vorstellbar, dass wir Jahrzehnte lang nur mit der Strassenkarte bewaffnet um die halbe Welt gefahren sind!!

Apéro am Pool (Das Wasser ist an der Atlantikküste erheblich kühler)

Die Wiedersehensfreude war natürlich riesig, hatten wir uns doch 3 Jahre lang nicht mehr gesehen. Dank dessen, dass wir heute so früh los gefahren sind, blieb genügend Zeit, das Wiedersehen mit einem Aperitif gebührend zu feiern. So gegen 1 Uhr ging es dann zum Portugiesen zum Mittagessen. Das glaubt mir niemand: Wir waren vier Personen, haben gut und viel gegessen, mit Bier, Wein, Wasser, Kaffee …… mit dem ganzen Brimborium halt ….. und gekostet hat die Sache genau 24 Euros! (Für 4 Personen, notabene!) Den Verdauungsspaziergang haben wir dann an der Atlantikküste absolviert. Und weil das Mittagessen so günstig ausfiel, gab es in einem Chiringuitto dann noch zwei oder drei Bier. 

Prachtvolle Hortensien

Wieder zuhause angelangt, haben wir den wunderschönen Garten von unseren Gastgebern bewundert, mit einem Glas in der Hand, natürlich.  Später dann, nach dem Abendessen zuschauen wie Portugal Frankreich besiegt und schliesslich ab in’s Bett. Das war wirklich ein guter Tag!

Mittwoch, 4. Juli 2012

la vuelta de España V


22.6.12  Von Sevilla via Valverde nach Santorém in Portugal

Es war tatsächlich eine ruhige Nacht und wir haben wunderbar geschlafen. Das Fahren, das Laufen und das Verarbeiten der vielen neuen Eindrücke macht  ja auch müde. Frisch gestärkt machten wir uns auf zu neuen Taten.

Das Frühstück ist wieder einmal ausgefallen und zwar deshalb, weil die Halle und das Frühstückszimmer mit Japanern (oder so) überfüllt war. Vor dem Haus standen jedenfalls zwei riesige Reisebusse, jeder kann sich nun die Anzahl derer ausrechnen. Also sind wir mit trockener Kehle los gefahren. Plötzlich ein Einkaufszentrum, ein uns wohlbekannter Name: Carrefour. Dort gibt es immer ein Restaurant und auch Kaffee und ein Croissant. Pech gehabt, der Laden öffnet erst um 10 Uhr und es war doch erst neun. Aber wenigstens dem Auto konnten wir etwas Gutes tun, volltanken.

Um zwei Ecken rum haben wir dann eine Kaffeebar gefunden, wo wir uns wenigstens einen Cafe solo genehmigten. Dann ging die Fahrt weiter Richtung Portugal. Weil wir es sinnlos fanden, einfach über die Autobahn zu rasen, haben wir diese irgendwo verlassen. Das TomTom umprogrammieren und schon wurden wir über die Landstrassen gelotst. Zum Glück, kann ich nur sagen. Wir sind durch eine üppige Landschaft geführt worden. Jede Menge Wiesen, Felder und Weiden mit grasenden Kühen. Richtig idyllisch. Ja sogar diese weltbekannten, schwarzen Schweine unter den Eichenbäumen haben wir gesehen. Richtig toll.

Riesige Felder mit Sonnenblumen


Dass wir in die Nähe der portugiesischen Grenze kamen merkte man daran, dass die Wegweiser immer öfter darauf hinwiesen. Die Grenze selber hätten wir fast verpasst, weil nur eine verschmutzte und teilweise verdeckte Tafel diese ankündigte. 

Die Grenze selber haben wir fast unbemerkt überquert (Nicht wie in Gibraltar)

Eigenartigerweise änderte sich auch die Vegetation. Anstelle von unzähligen Korkeichen auf der spanischen Seite gab es hier grosse Plantagen voller Olivenbäume. Aber ebenfalls riesige Ackerflächen, vorwiegend mit Getreide. Fast jedes Dorf hat riesige Getreidesilos, oder besser Getreidetürme. 

Dutzende von Storchennestern, selbst auf Stommasten wurden Plattformen für die Nester installiert.

Nicht überall hat es die Landstrasse gut mit uns gemeint.

Um etwa 2 Uhr sind wir dann in Valverde eingetroffen, wo wir herzlich von unserer facebook-Freundin empfangen wurden. Zum allerersten Mal haben wir jemanden persönlich getroffen, den wir bis anhin nur online kannten. Diese Freundin betreibt von hier aus ein Geschäft mit Quellsalz (www.quellsalz-aus-portugal.com/). Nach ein paar unterhaltsamen und lehrreichen Stunden sind wir weiter gefahren. 

Monika mit einem ihrer Schützlinge (das Pferd natürlich)


Es war geplant, dass wir für diese Nacht spontan ein Hotel suchen würden, also habe ich nichts reserviert wie bisher üblich. Das hat sich dann aber tüchtig gerächt. Nachdem wir wieder ein paar Kilometer auf der Autobahn gerast sind, haben wir diese verlassen und haben, wie gesagt, nach einem Hotel gesucht. 

Weit ausladende Korkeichen
 
Dass diese Ecke von Portugal kein Touristengebiet ist merkt man daran, dass es in den Dörfern keine Hotels gibt. Also blieb uns gar nichts anderes übrig, als bis in die nächst grössere Stadt zu fahren. Das war dann Santorém, wo wir abends um 10 Uhr endlich im Hotel UMU einchecken konnten. Ich war vom Fahren echt müde, aber dieses Ereignis musste trotzdem noch mit einer Flasche Sekt an der Bar gefeiert werden. Aber dann ging es ab ins Bett.

Dienstag, 3. Juli 2012

la vuelta de España IV


21.6.12  Gibraltar nach Sevilla

Ich habe weiter oben von der lauten, lärmigen Nacht in Granada erzählt. Vergesst das, das war nur ein kleines Muster dessen, was diese Nacht los war. Weil wir durch das viele Laufen und die neuen Eindrücke etwas müde waren, sind wir zeitig zu Bett gegangen. Es war wirklich entspannend, ein klein wenig Schlaf zu nehmen. Bloss dachten wir, dass das bis zum Morgen dauern würde. Aber kurz nach 10 Uhr nachts standen wir beide im Bett. Das Kreischen und Türeknallen in Granada war wirklich nur ein Abklatsch dessen, was hier abging. Zum Glück dauerte dieser Albtraum nicht allzu lange. Erst am Morgen, als wir zum Frühstück wollten (die hartgekochten Eier, Du erinnerst  dich) wurde uns klar, was da passiert war. Etwa 30 Jugendliche füllten das Frühstückzimmer und weil das nicht reichte, gleich auch noch die Bar. Na ja, wir sind dann ohne Frühstück los gefahren.

Auf dem Weg nach Sevilla passiert man riesige Windparks

Das heutige Ziel ist Sevilla. Wir hatten uns vorgenommen, etwas ausserhalb von Gibraltar einen Kaffee zu trinken und etwas zu essen. Das „ausserhalb“ dauerte allerdings etwas länger. Erst nach 87,8 km erreichten wir einen Rastplatz, bei dem wir etwas Brot und einen Kaffee kaufen konnten. Und dann genossen wir das beste Frühstück seit wir unterwegs sind: ein Stück Brot und den von meiner Tochter mitgebrachten Rauchschüblig  aus der Schweiz. 

Alles klar?


Von Gibraltar bis Sevilla ist es nur etwa 190 km, deswegen waren wir um die Mittagszeit bereits im Hotel Sevilla Congresos. Das Zimmer war bislang das schönste. Hat ja auch mehr Sterne und kostet etwas mehr. 

Sehr komfortable Zimmer im Hotel Congresos

Nach einer kurzen Entspannungspause haben wir uns dann mit dem Taxi in die City fahren lassen. Und weil wir uns mittlerweile ans Laufen gewohnt sind, erforschten wir die Gassen und Strassen dieser schönen Stadt. 

Alte Mauer integriert

Dabei trafen wir auf das Hostal Nuevo Suizo. Der Bezug zur Schweiz liegt nach Angaben der Besitzerin allerdings 70 Jahre zurück, bei dem Vorbesitzer. Wir haben hier einen Kaffee getrunken und ein paar Minuten mit der Dame geplaudert, allerdings nicht in Schweizerdeutsch, weil sie nämlich eine Spanierin ist. Die Pension liegt in einem kleinen Gässchen und ist nur zu Fuss erreichbar. (Für Rucksack-Touristen: www.nuevosuizo.com/

Guadalquivir mit Torro d'Oro im Hintergrund

Nach dem Mittagessen haben wir eine Flussfahrt  auf dem Guadalquivir  unternommen. 

Schiff ahoi!

Die beste Art, etwas über die Stadt zu erfahren. Eine lehrreiche und entspannende Stunde. Nun sind wir zurück im Zimmer und hoffen auf eine ruhige Nacht, was offenbar nicht selbstverständlich ist.

Montag, 2. Juli 2012

la vuelta de España III


Die Festung Gibraltar
20.6.12  Die Festung Gibraltar

Nach dem üblichen Frühstück (das Beste daran waren die hart gekochten Eier) machten wir uns auf den Weg in die englische Zone. Unterwegs wurden wir von einem recht grossen Markt angezogen.  Die Zeit hätten wir uns allerdings sparen können, denn er war ziemlich langweilig: 80% Kleider und Schuhe und der Rest Ramsch. Ausserhalb dieses Marktes stiessen wir auf ein sehr schönes Restaurant. Schön nicht nur deswegen, weil es ein Steak House war, sondern tatsächlich herausragend gebaut. Hier genehmigten wir uns das erste Bier des 
Tages. 

Hat unseren Tag gerettet

Nun wurde es aber Zeit, unser Ziel, den Fels anzusteuern. Eines gleich vorneweg, wir sind dann zu Fuss gegangen. Eine kilometerlange Autoschlange hat sich vor der Zolldurchfahrt angestaut. Also haben wir unser Auto auf einem Parkfeld deponiert und sind zu Fuss über die Grenze. Ja genau – über die Grenze. Hier geht es zu und her, als ob es nie eine EU gegeben hätte. Jedes Auto wird kontrolliert, jeder Pass angeschaut. Tatsächlich wie vor 40 Jahren. Eine reine Schikane. 

Grenzkontrollen innerhalb der EU!

Plötzlich ging mir die Sache mit der Guardia Civil durch den Kopf. Es war, glaube ich im Jahre 2009, als zwei Guardia Civil Beamte Drogendealer bis in den Hafen der englischen Gibraltar-Zone verfolgt und verhaftet hatten. Das wiederum war den Engländern zuviel und sie haben die Guardia Civil Beamten mitsamt den Dealern ebenfalls verhaftet.  War ja für die ganze Welt ein Riesengaudi, damals. Aber den Spaniern ist die Sache natürlich sehr an die Nieren gegangen. Seither spielt sich dieses Kindertheater an der Grenze ab. Alles reine Schikane.

Irgendwie sind wir dann doch durch die Schleuse gekommen. In einem Tourbus haben wir dann den Felsen bezwungen. In einer abenteuerlichen Fahrt bis ganz nach oben in die Verteidigungshöhlen. Unglaublich, was die britischen Ingenieure mit ihrer Mannschaft damals innerhalb von 12 Monaten in den Fels gehauen hatten.  Gänge und Tavernen für die grossen, eisernen Kanonen. Ich darf mir all die Anstrengungen gar nicht vorstellen, bis diese Ungetüme auf dem Berg waren. 

Ungetüme von Kanonen


Riesige Tropfsteinhöhlen in Konzertsaalgrösse
 
Am meisten Eindruck hat uns aber das natürlich entstandene Höhlensystem gemacht. Ein riesiges Labyrinth von Gängen und Höhlen. Die eine so gross, dass darin eine Konzertbühne samt Bestuhlung Platz fand.  Da stehst Du sprachlos davor.

Zurück im Dorf sind wir dann natürlich auf der Mainstreet etwas flaniert. Es mutet tatsächlich an wie in einem englischen Dorf.  Erstaunlich, wieviele Touristen es bereits hier gibt, dabei ist ja noch gar keine Ferienzeit. Der Hunger machte sich langsam bemerkbar, also haben wir uns ein ansprechendes Restaurant gesucht. Das letzte Mal, als ich Fish and Chips gegessen hatte, war Ende der Siebziger an der Ostküste von England. Ich war damals mit meiner Honda GoldWing unterwegs. Es war also wieder einmal an der Zeit, dieses Nationalgericht zu essen, zu kosten wäre etwas übertrieben. Um es kurz zu machen, Fish and Chips werde ich wohl niemals wieder essen. 

Ein Stück England
 
Das letzte Highlight des Tages war dann die Überquerung der Landebahn des Flugplatzes, und das erst noch zu Fuss. Bei Start oder Landung eines Flugzeugs gehen zu beiden Seiten die Schranken runter um sich wieder zu öffnen, wenn die Maschine entweder am Boden oder in der Luft ist. 

Schranke runter, ein Flugzeug kommt!

Abends gingen wir dann zurück zu diesem Steak House, was wir vormittags gefunden haben. Das Solomillo de ternera (Rindsfilet) vom Grill hat mich dann über das Erlebnis mit dem grässlichen Fisch hinweg getröstet.

Sonntag, 1. Juli 2012

la vuelta de España II


19.6.12  Granada – Gibraltar

Ab 8 Uhr gab es Frühstück, oder das, was die Spanier darunter verstehen. Desayuno nennt sich das. Ehrlich, ganz ehrlich, einen solch miesen Kaffee habe ich noch niemals in meinem Leben getrunken oder besser, eben nicht getrunken. Ich habe das natürlich an der Rezeption hinterlassen, bin wohl nicht der erste gewesen, sie wusste es schon. Aber ändern wird sich daran wohl nichts.

Mein TomTom wusste ganz genau, wo der Parkplatz der Alhambra war. Was es aber nicht wusste war, dass der ganze Stadtkern für den Verkehr gesperrt war. Nach etlichen Fehlversuchen und Im-Kreis-herumfahren sind wir aus der City raus gefahren auf die Autobahn und haben das Gerät neu programmiert. Und siehe da, plötzlich hat’s geklappt. Trotz ein paar verbotenen Strassen (nur Bus und Taxi) sind wir dann doch auf dem Parkplatz angekommen. Ich hoffe, dass die Fotos der Stadtpolizei dann nicht bei mir zuhause ankommen!

In einem der zahlreichen Innenhöfe der Alhambra
 
Wie sich jetzt herausgestellt hat war es eine Eingebung, die Tickets gestern schon abzuholen. Eine riesige Menschentraube wartete vor den Schaltern. Privilegiert wie wir waren, durften wir an den Menge vorbei direkt zum Eingang.

Was uns hier erwartete war ein einziges Ah und Oh, ganz phantastisch, was die Araber damals gebaut haben. Diese Verzierungen in den Palästen kann man gar nicht richtig beschreiben, das muss man einfach gesehen haben. Aber es gibt natürlich nicht nur Paläste zu bestaunen, da waren auch noch Gefechtstürme, Verliesse und Kerker und wohl auch Folterkammern. Und Gärten, wunderschöne Lustgärten. Ob die damals schon bestanden haben, weiss ich nicht. Jedenfalls heute sind sie eine wahre Pracht.

Nur eines habe ich zu bemängeln, es hat zu wenig Restaurants dort oben. Für alle, die auch mal dahin gehen wollen habe ich einen Tipp: nehmt genügend Wasser mit. Ganz am Anfang des Rundgangs gibt es zwei oder drei Verkaufspunkte für Getränke und dann …… nada mas, nichts mehr.  Und noch ein Tipp: gutes Schuhwerk, es sind ellenlange Wege zu bewältigen. Aber Strapazen, die sich allemal lohnen!!

Unser nächster Programmpunkt war dieser Lobo Park, ein Gebiet von 42 ha in einem Naturschutzgebiet unweit von Antequera. Das war ein sehr lehrreicher und bewegender Besuch. Natürlich waren die Wölfe optisch nicht gerade auf Besuch eingestellt. Sie verloren nämlich gerade ihr Winterkleid,  was ziemlich lustig aussieht. Aber dennoch sind diese scheuen Tiere wunderschön. Nach einem geführten Rundgang zu den verschiedenen Gehegen (es leben verschiedene Arten in getrennten Rudeln dort) und einem kühlen Getränk ging die Fahrt weiter.

Eines aus einem Rudel von 7 Wölfen (der Frechste)
 
Es war geplant, irgendwo unterwegs in einem Hotel oder einer Herberge zu übernachten.  Wir waren dann allerdings schneller als erwartet in Málaga. Dort und ebenso wenig in Marbella wollten wir dann doch nicht logieren, diese Preise wollten wir uns nicht antun.  Auf der Weiterfahrt stelle ich irgendwann fest, dass es bis Gibraltar bloss noch etwas mehr als 50 Kilometer waren. Also entschlossen wir uns kurzerhand, bis dorthin zu fahren.

Im reservierten Hotel (CityMar Hotel Mediterraneo) hat man uns natürlich sehr gerne das Zimmer einen Tag früher überlassen. Eine Dusche genommen, umgezogen und beim Inder ein schönes Abendessen genossen. Und dann endlich das, wonach wir uns den ganzen Tag gesehnt hatten …… ein Bett und tief, tief schlafen. Das hatten wir dann auch gemacht, bis heute früh um 8 Uhr.   HERRRLICH!!!!

Der Blick aus dem Hotelzimmer!

la vuelta de España I


18.6.12  Albatera – Granada

Die 317 km nach Granada haben wir locker am Stück geschafft. Im Laufe des Nachmittags sind wir bereits angekommen. Alle Strassen sind so schmal und eng und die Stadt ist voller Einbahnstrassen. Deshalb sind wir auch zwei oder drei Mal am Hotel vorbei gefahren. Am Schluss haben wir es dann doch noch geschafft. Das Parkhaus allerdings etwa 5 bis 6 Minuten Fussmarsch entfernt, aber immerhin! Abends haben wir einen kleinen Spaziergang zur Kathedrale unternommen uns sind anschliessend mit dem Bus zur Alhambra gefahren, um unsere vorbestellten Tickets abzuholen. Zum Glück, wie sich am anderen Morgen gezeigt hat. 

Im Hintergrund die Sierra Nevada mit Schneeresten


Hinter der Kathedrale gibt es eine Unmenge Gässchen mit ebenso einer Unmenge Souvenir-Shops und gerade ebenso einer Unmenge kleiner Restaurants. In einem dieser Restaurants auf einem grossen Platz haben wir dann etwas zu Abend gegessen. Keine grosse Küche, aber wirklich gut. War auch zu heiss für ein grosses Dinner.

Imposantes Stadthaus in Granada


Da an diesem Abend das Fussballspiel Spanien-Kroatien übertragen wurde, war natürlich an ein frühes Zubettgehen nicht zu denken. Also haben wir auf unserem Zimmer das Spiel mit angeschaut. Mein erstens übrigens, und vermutlich auch mein letztes. Als dann Spanien mit 1:0 in Führung ging, wegen diesem unverzeihlichen Fehler des kroatischen Torhüters, war natürlich die Hölle los.

Was uns dann aber den Schlaf raubte, war nicht der Lärm der Fussballfans, sondern das Geschrei und das Türe-zu-knallen der Girlie-Bande im Hotel. Als es dann endlich etwas ruhiger wurde im Hotel, kamen um 3 Uhr die Müllmänner. Jeder kann sich vorstellen, wie das scheppert und knallt in diesen engen Gassen. Aber irgendwann wurde es dann doch Morgen. 

Gemütliches Lokal vor den Toren der Alhambra