Samstag, 14. Mai 2011

Arrojado wurde begnadigt

Eine Begnadigung ist, wie der Name sagt, ein Akt der Gnade und Güte, eine rechtskräftig verhängte Strafe zu erlassen. Ein solcher Gnadenakt wurde kürzlich in der wohl bekanntesten Stierkampfarena Spaniens, in der Arena La Maestranza in Sevilla vollzogen.

Dem 500 kg schwere Kampfstier Arrojado wurde seine Todesstrafe erlassen. Er wurde deshalb zum Tode verurteilt, weil er dummerweise als Kampfstier zu Welt kam. Sein Fehler, gerade in Spanien darf man so etwas nicht tun. Hier herrschen diesbezüglich strenge Gesetzte.

Die Sache kam so: Am Samstag, 30. April fand anlässlich der Feria de Abril in besagter Stierkampfarena eine dieser unsäglichen Corridas statt. Eine Corrida ist dieses Fest, wo ein Stier öffentlich, unter grossen Qualen, abgeschlachtet wird. Und dazu brüllen einige Tausend Zuschauer begeistert Olé.

Der 3-jährige Arrojado wird natürlich vorgängig etwas präpariert, sonst wäre er ja für den Torrero viel zu gefährlich. Man verletzt also seine Nackenmuskulatur, damit er den Kopf nicht mehr so kraftvoll heben kann. Und bevor dieser heldenhafte Matador ins Spiel kommt, muss sich Arrojado gegen all’ die Picadores und Bandilleros erwehren. Das sind jene Helden, die den Stier mit verzierten Spiessen und Lanzen noch zusätzlich verletzen und schwächen dürfen. Matar ist Spanisch und heisst schlachten. Und ein Matador ist demzufolge ein Schlächter. Immerhin wird diesbezüglich nichts verschleiert respektive beschönigt. 

Arrojado wehrt sich also, wie beschrieben, gegen alle diese Schänder und Sadisten. Dann kommt der stolze Matador (Schlächter, wie wir jetzt wissen) auf das Schlachtfeld und reizt den bereits geschundenen Stier weiter. Und am Schluss, wenn das ausgepumpte Tier, das bis dahin literweise Blut verloren hat und mit heraus hängender Zunge kaum noch Luft bekommt, vor seinem Schlächter steht, dann kam der 

grosse, heroische Moment, wo der Stier begnadigt wurde!!!

Ein Halleluja dem grossherzigen Publikum und dem gnädigen Schlächter. Schwer verletzt, dem Tod näher als dem Leben, darf er sich nun auf einer Finca bei Cádiz erholen. Das Tierärzteteam (!), das sich um den Stier kümmert sei aber zuversichtlich, dass sich Arrojado wieder erholen werde.


Fazit:
Regt Euch nicht über Gräueltaten in der Welt auf,
wir haben mitten in Europa solch kranke Gehirne.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen